Weil Leben kostbar ist

„Ein Kinderhospiz ist ein Ort, den man nicht sucht. Aber man möchte ihn finden, wenn man ihn braucht." So fasst eine betroffene Mutter zusammen, wie viel Hilfe, Verständnis und Geborgenheit sie und ihre Familie im Kinderhospiz Bärenherz erfahren haben. Das eigene Kind beim Sterben zu begleiten, ist das schlimmste, was Eltern widerfahren kann. Für Menschen, die diese Grenzsituation erleben müssen, da zu sein, hat sich die Bärenherz Stiftung zur Aufgabe gemacht.

In den beiden von der Stiftung geförderten Kinderhospizen in Wiesbaden, dem einzigen in Hessen, und Markkleeberg bei Leipzig sowie im Kinderhaus Nesthäkchen in Heidenrod/Taunus, einer Dauerpflegeeinrichtung für schwerstkranke und –behinderte Kinder und Jugendliche, herrscht eine weitgehend fröhliche Atmosphäre. Hier finden Eltern Beratung, Entlastung und Trost, und für ihre Kinder qualifizierte Pflege und liebevolle Betreuung, von der Diagnose bis hin zum Tod des Kindes und darüber hinaus. Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Rund 2,6 Millionen schüttet die Stiftung jährlich für diese drei Einrichtungen aus. „Wir können Tod und Krankheit nicht aus unserem Leben löschen und auch nicht den Tod von Kindern. Wir können aber in der schwierigsten Lebenssituation Familien Orte anbieten, wo sie Verständnis, Nähe, Hilfe und Empathie erfahren – für die ganze Familie und ohne Unterscheidung der sozialen oder kulturellen Herkunft“, so die Hospizleiterin. Die Bärenherz Stiftung wurde gegründet, um die tägliche Arbeit, besonders in den Kinderhospizen, zu ermöglichen und langfristig sicher zu stellen.

Wie verwendete die Stiftung 2016 ihre Mittel?

Die Bärenherz Stiftung hat im Jahr 2016 rund 2,6 Mio. für die Kinderhospize Bärenherz in Wiesbaden und Leipzig sowie für das Kinderhaus Nesthäkchen in Heidenrod/Taunus ausgeschüttet.

Der Jahresabschluss 2016 wurde vom Kuratorium der Bärenherz Stiftung in der Sitzung vom 14.11.2017 einstimmig genehmigt. Die Wirtschafts-prüfungsgesellschaft CONCEPT, Renkes und Partner (Mainz) hat am 10.08.2017 über den Jahresabschluss 2016 der Stiftung einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Ausgaben und Mittelverwendung

Aus den Spendeneinnahmen wurden die Aufwendungen für das Kinderhospiz Wiesbaden, das Kinderhospiz Leipzig und das Kinderhaus Nesthäkchen finanziert, die nicht von den Kostenträgern (Krankenkassen, Pflegekassen, Landeswohlfahrtsverband Hessen) übernommen werden.

Kinderhospiz Wiesbaden

Basierend auf dem Wirtschaftsplan der Bärenherz Kinderhospize GmbH wird jährlich der Tagessatz für ein Kind im Kinderhospiz errechnet. Dieser belief sich zum 01.01.2016 auf 903 Euro pro Tag und Kind.

Das Kinderhospiz kann bis zu zehn Kinder aufnehmen. Der Pflegesatz wird nach Belegung abgerechnet, jedoch immer für mindestens sechs Kinder gezahlt, auch wenn die Belegung niedriger ist. Daraus ergaben sich im Jahr 2016 satzungsgemäße Zuwendungen in Höhe von rund 1.434.819 Euro. Die Kostenerstattungen durch die Pflegekassen sind bei diesem Betrag schon berücksichtigt. Zusätzlich wurden rund 51.637 Euro als sog. zweckgebundene Spenden für die Anschaffung bestimmter Gegenstände zugewendet.

Für die Lebenswäldchen Bärenherz in Wiesbaden-Naurod und Auringen, welche zum Konzept der Trauerbegleitung des Kinderhospizes gehören, wurden insgesamt rund 4.952 Euro aufgewendet.

Kinderhospiz Leipzig

Mit Wirkung zum 01.01.2016 wurde ein Pflegesatz i. H. v. 723 Euro pro Tag und Kind beschlossen, ebenfalls basierend auf dem Wirtschaftsplan der Bärenherz Kinderhospize GmbH. Von diesem Betrag trägt der Verein Kinderhospiz Bärenherz Leipzig e. V. die Hälfte. Das Kinderhospiz Leipzig kann bis zu zehn Kinder aufnehmen. Die Grundlagen der Berechnung orientieren sich am Kinderhospiz Wiesbaden. Im Jahr 2016 ergaben sich somit satzungsgemäße Zuwendungen der Bärenherz Stiftung in Höhe von rund 452.481 Euro.

Kinderhaus Nesthäkchen

Das Kinderhaus Nesthäkchen ist eine Dauerpflegeeinrichtung für maximal 22 schwerst-behinderte Kinder und Jugendliche, teilweise mit lebenslimitierenden Erkrankungen. Da dies dem Satzungszweck der Stiftung entspricht, wurde diese Einrichtung in die Förderung mit aufgenommen.

Das Kinderhaus erhält vom Landeswohlfahrtsverband einen Pflegesatz je nach Hilfebedarfsgruppe in einer durchschnittlichen Höhe von rund 170 Euro pro Tag und Kind, der von der Stiftung mit 75 Euro (Erhöhung per 01.01.2015 um 25 Euro) pro Tag und belegtem Platz bezuschusst wird. Insgesamt belief sich die Förderung im Jahr 2016 auf 601.275 Euro. Zusätzlich wurden 14.715 Euro als sog. zweckgebundene Spenden für die Anschaffung bestimmter Gegenstände zugewendet.

Einsatz der Mittel in den geförderten Einrichtungen

Kinderhospiz Wiesbaden

Da die Kostenerstattung durch die Pflegekassen nur etwas mehr als ein Drittel des Gesamtbedarfs deckt, wurde mit dem Zuschuss der Stiftung im Wesentlichen der laufende Betrieb in Form von Personal- und Sachkosten finanziert. Von den zweckgebundenen Spenden wurden u. a. eine Freizeit des ambulanten Dienstes, ein Kleinbus für Fahrten mit den Familien, ein Kunstprojekt für die Geschwisterkinder, zwei Pflegebetten, Holzspielsachen, Besuche der Therapiehündin, therapeutisches Hilfsmaterial, Ausflüge mit erkrankten Kindern, eine Geschwisterfreizeit, ein Trauerwochenende mit den Familien, Besuche der Clowndoktoren und ein Eltern-Kind-Flugtag finanziert

Kinderhospiz Leipzig

Wie in Wiesbaden wurde mit dem Zuschuss der Stiftung im Wesentlichen der laufende Betrieb in Form von Personal- und Sachkosten finanziert.

Kinderhaus Nesthäkchen

Mit dem Zuschuss der Stiftung wurde im Wesentlichen zusätzliches Personal zur pädagogischen Betreuung der Kinder und Jugendlichen eingestellt. Zu einem kleinen Teil wurden auch Fortbildungen für Mitarbeiter und allgemeine betriebliche Aufwendungen wie Inkontinenzmaterial und Medikamente darüber finanziert. Zweckbezogene Spenden wurden u. a. für verschiedene therapeutische Behandlungen der Bewohner, Ferienprogramme, einen Konzertbesuch, therapeutisches Reiten, einen Sandkasten, eine Weichbodenmatte und therapeutisches Spielmaterial eingesetzt

Werbe- und Verwaltungsausgaben

Die Geschäftsstelle der Bärenherz Stiftung wird professionell verwaltet und geführt. Für die Spendenakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit, Spendenverwaltung und Buchhaltung sind acht Mitarbeiterinnen tätig, die sich 6,6 Stellen teilen.

Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben liegt bei der Bärenherz Stiftung bei 20,9 Prozent und wird damit nach den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), welches auch das Spendensiegel vergibt, als „vertretbar“ eingestuft. Der maximal vertretbare Anteil an Verwaltungsausgaben beträgt gemäß DZI 30 Prozent. Allgemein äußert sich das DZI zu der Notwendigkeit von Werbe- und Verwaltungsausgaben wie folgt:

  • „Werbe- und Verwaltungsausgaben sind im Grundsatz notwendige und sinnvolle Ausgaben. Sie bewirken Spenden. …“
  • „Nicht nur eine ausufernde, sondern auch eine zu eng konzipierte Verwaltung ist problematisch. Entscheidend ist die sachliche Angemessenheit…“
  • „Spenden sammelnde Organisationen sollten nicht die Illusion nähren, sie kämen ohne Werbung und Verwaltung aus. …Jede Organisation muss Mittel verwalten.“
  • „Die Höhe der Werbe- und Verwaltungsausgaben ist ein Beurteilungskriterium unter anderen. Darüber hinaus ist vor allem die Wirkung der Arbeit einer Organisation von Bedeutung (Sinnhaftigkeit, Effektivität und Nachhaltigkeit der Projektausgaben).“

Testat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft CONCEPT Renkes & Partner

Geförderte Einrichtungen

Die Bärenherz Stiftung fördert und unterstützt Projekte und Einrichtungen für unheilbar kranke Kinder, die eine begrenzte Lebenserwartung haben.

Kinderhospiz in Wiesbaden
Kinderhospiz in Leipzig
Kinderhaus in Laufenselden