Engagement lohnt sich

Erika Weygand und Agnes Baldauf: Freude am Ehrenamt 

Ehrenamtliche sind wichtige Mitglieder unserer Gesellschaft. Mit ihrem Engagement und ihrer Erfahrung erbringen sie auf mannigfache Weise und in den unterschiedlichsten Bereichen unverzichtbare Dienstleistungen. Dass die Arbeit von Ehrenamtlichen auch in der Politik gewürdigt wird, zeigt in jedem Jahr der „Tag des Ehrenamtes“, an dem der Bundespräsident einigen Auserwählten das Bundesverdienstkreuz für ihr bürgerschaftliches Engagement überreicht. Und immer mehr Engagierte lassen sich zu ehrenamtlichen Helfern ausbilden: als Kinderbetreuer, Ersatzoma, für Krankenhauspatienten, zur Altenbetreuung und zu Hospizhelfern. Aber auch organisatorische Fähigkeiten und das Sammeln von Spenden für gemeinnützige Institutionen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als Ehrenamt. Unsere beiden Beispiele aus der Arbeit der Bärenherz Stiftung und des Hospiz Advena in Wiesbaden beleuchten beide Seiten des ehrenamtlichen Engagements. 

„Ich wurde durch eine Zeitungsanzeige auf den Hilferuf der Bärenherz Stiftung aufmerksam und nahm mir fest vor mich zu engagieren“, sagt Agnes Baldauf. Sie saß im Jahr 2004 beim gemütlichen Kaffeetrinken mit ihrem Lebenspartner und war sich schnell mit ihm einig, „da gehe ich hin und erkundige mich, wie ich mich einbringen kann.“ Bereits nach den ersten Gesprächen mit der Ehrenamtlichen-Betreuerin Gabriele Groh-Leu und der Geschäftsführerin Gabriele Orth bei der Bärenherz Stiftung war klar: Da will ich mitarbeiten.  

Vom Konzept sofort überzeugt

„Das Konzept des Kinderhospizes, Familien in belastenden Situationen mit ihren schwerstkranken Kindern zu entlasten und intensiv zu betreuen, hat mich sofort überzeugt. Seit 2005 engagiert sich die selbstständige Unternehmensberaterin nun in der Bärenherz Stiftung, betreut Informationsstände auf Veranstaltungen, sorgt dafür, dass Spendendosen verteilt und wieder eingesammelt werden, hilft bei der Dokumentation von Presseartikeln, informiert auf Vorträgen über die Arbeit dieser Fundraising-Organisation und geht auf den Sommerfesten an den Ständen zur Hand. „Ich habe mich von Beginn an mit meinem Tätigkeitsbereich sehr wohl gefühlt, weil jeder das machen kann, was einem liegt und was er gerne tut.“ Rund 80 bis 100 Stunden setzt sich Agnes Baldauf pro Jahr für die Bärenherz-Arbeit ein. „Meine anfänglichen Bedenken, zu sehr zeitlich vereinnahmt zu werden, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Vielmehr kann jeder so viel Zeit investieren, wie es die individuellen Alltagsabläufe zulassen.“ Auch beim monatlichen Treffen der Gruppe der Ehrenamtlichen fühlte sich die 41-Jährige „sofort gut aufgenommen und bei meinen ersten Schritten liebevoll angeleitet. Diese Herzlichkeit ist auch bei den hauptamtlichen Beschäftigen der Bärenherz Stiftung immer spürbar und bestärkt mich stets aufs Neue, dass mein Engagement gewürdigt und ich wertgeschätzt werde. Außerdem freue ich mich immer wieder, ein Teil all der vielen Menschen zu sein, die sich mit großem Engagement und mit Herzblut für Bärenherz einsetzen.“

 Seit zehn Jahren engagiert

Als „Frau der ersten Stunde“ kann Erika Weygand bezeichnet werden. Die 74-Jährige war eine der Ideengeberinnen, das Kinderhospiz Bärenherz ins Leben zu rufen. Durch ihre Aufenthalte in Großbritannien war sie von der Idee begeistert, schwerstkranken Menschen in besonderen Herbergen, den Hospizen, ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. „Es war schon immer mein Traum, ein Kinderhospiz zu gründen, weil ich bereits im Hospiz Advena erlebt habe, wie sowohl die Bewohner als auch die Angehörigen neben der medizinischen Versorgung fürsorgliche Betreuung und liebevolle Entlastung erfahren. Und als die ehemalige Geschäftsstellenleiterin des Wiesbadener Wochenblatts Ende 1999 in Pension ging, meldete sie sich direkt für ein Seminar zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung im Hospiz Advena an. „Als ich dann Ende dieses Jahres gefragt wurde, ob ich bei der Gründung eines Kinderhospizes mitarbeiten wollte, rückte mein Traum in greifbare Nähe. Neben meinen Mittwochnachmittagen im Advena engagierte ich mich dann sehr intensiv bei der Neugründung von Bärenherz. Innerhalb von zwei Jahren stand das Kinderhospiz und mein Traum hatte sich erfüllt.“

Ihr ehrenamtliches Engagement hat Erika Weygand von Beginn an in die Bärenherz Stiftung eingebracht, „weil in der Öffentlichkeit sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten war und auch noch weiter notwenig ist.“ Sie schätzt es ganz besonders, „dass wir bei vielen Veranstaltungen zugunsten von Bärenherz die Möglichkeit haben, ausführlich zu informieren. Viele Zuhörer kommen nach einem Vortrag zu mir und drücken ihr Erstaunen darüber aus, dass sowohl im Advena als auch bei Bärenherz vor dem Tod noch so intensiv und fröhlich gelebt wird. Und dass sogar die Lieblingstiere die verbleibende Zeit der Sterbenden erleichtern können, erstaunt die meisten Menschen doch sehr.“   In den vergangenen zehn Jahren hat Erika Weygand nur selten ein einziges Monatstreffen mit den anderen Ehrenamtlichen versäumt. „Der Austausch mit dem Team bedeutet mir viel, mit einigen haben sich intensive Freundschaften entwickelt. Und wenn man sein Lieblingskind Bärenherz auf diese Art und Weise weiter fördern kann, macht es einfach Spaß. Außerdem bekommt man jede Menge von dem zurück, was man gibt. Advena und Bärenherz sind die beiden Dinge, die mich nähren und als Familienersatz bezeichnet werden könnten.“ Letztendlich glaubt Erika Weygand jedoch an den Ausspruch von Jean-Jacques Rousseau, der sagte „die Freiheit des Menschen bedeutet nicht, dass er tun und lassen kann was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ Und diese Freiheit schätzt die Ehrenamtliche sowohl bei Advena als auch bei Bärenherz sehr. 

Kurz-Info:

Über 23 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich. Für die Bärenherz Stiftung sind derzeit rund 30 Ehrenamtliche aktiv: im Büro, auf Veranstaltungen und bei Informationstagen oder Weihnachtsmärkten. Pro Jahr spenden sie über 2000 Stunden ihrer Zeit für diese Fundraising-Organisation. Diese unterstützt die Kinderhospize Bärenherz in Wiesbaden-Erbenheim und Markkleeberg bei Leipzig sowie das Kinderhaus in Heidenrod-Laufenselden mit rund zwei Millionen Euro jährlich. Denn nur mit vielen Spenden oder Zustiftungen ist die professionelle, interdisziplinäre und familienentlastende Arbeit in allen Häusern zu gewährleisten. Weitere Informationen unter www.baerenherz.de 

 

Ansprechpartnerin

Regine Schulte Strathaus

Pressearbeit

Telefon: 0611 / 360 11 10-12
Mail:
schultestrathaus@baerenherz.de

Geförderte Einrichtungen

Die Bärenherz Stiftung fördert und unterstützt Projekte und Einrichtungen für unheilbar kranke Kinder, die eine begrenzte Lebenserwartung haben.