„Das Wiesbadener Kinderhospiz war und ist ein Provisorium, das den Erfordernissen eines zeit- und sachgemäßen Hospizbetriebes nicht mehr entspricht. Deshalb müssen wir zwingend neu bauen“, erklärte Hilmar Börsing, Vorstandsvorsitzender der Bärenherz Stiftung. Der Grund für den Standortwechsel aus dem erst 2002 bezogenen Bau sei in der fehlenden Erfahrung mit den Anforderungen von einst zu suchen, aber auch in der Tatsache, dass es sich um gemietete Räumlichkeiten handelt. Dazu Hilmar Börsing: „Wir waren das erste Kinderhospiz in Hessen und das zweite in ganz Deutschland. Mittlerweile platzen wir aus allen Nähten.“ Es fehlen Räumlichkeiten zum Rückzug für die Familien, die Geschwisterkinder, aber auch Therapieräume und Pflegebüros werden dringend benötigt.
Das Haus wird direkt neben dem jetzigen Kinderhospiz in der Bahnstraße 9 errichtet. „Sowohl die Mitarbeiter als auch die betreuten Familienangehörigen bekommen damit eine Perspektive für die Zukunft“, betonte Henning Wossidlo, Mitglied des Stiftungsvorstandes.
Planung
Die Architektin Verena Thiels vom Wiesbadener Architekturbüro Hupfauf-Thiels hat ein Haus entworfen, das die Erfahrungen von acht Jahren Kinderhospizarbeit berücksichtigt. Es wird eine Geschossfläche von rund 2.000 qm haben und aus drei miteinander verbundenen Gebäuden bestehen, die wie ein Nest einen grünen Innenhof umschließen. Das schafft Intimität und Geborgenheit, denn in diesen Garten dringt nichts von der lärmenden Außenwelt hinein.
Der dreistöckige Vorderbau wird im Erdgeschoss neben den Räumen des Kinderhospizes auch einen Versammlungs- und Veranstaltungsraum bekommen. In das Obergeschoss wird die Verwaltung der Bärenherz Stiftung einziehen, die heute zehn Kilometer entfernt in Wiesbaden-Schierstein residiert. In dem langgezogenen zweistöckigen Bau befinden sich fünf Elternappartements und weitere Zimmer für die Kinder. Der flache Trakt enthält unter anderem einen hellen Gemeinschaftsraum.
Kosten
Die Gesamtkosten für das Grundstück, den Bau und die Ausstattung des Hauses werden rund 4,4 Mill. Euro betragen. Dem gegenüber stehen Einsparungen von Mietkosten von 100.000 Euro jährlich für das Kinderhospiz und die Geschäftsstelle der Stiftung.
Eine Finanzierung durch öffentliche Mittel ist nicht zu erwarten, das bedeutet, dass für den Neubau dringend Spendenmittel benötigt werden.
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